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ev1.tv der Talk "Treffpunkt Friedhof"

Ein Café auf dem Friedhof St. Antonius

Emszeitung 20.5.2015
Treffpunkt für Trauernde und Besucher in Papenburg

Ein Pavillon schützt vor den Unbilden des Wetters. Foto: Gunther Faupel

Einen Treffpunkt am großen Kreuz auf dem Friedhof haben Renate Schepers (Mitte) und Elisabeth Reinhard (rechts) eingerichtet. Foto: Gunther Faupel
Papenburg. Kann ein Friedhof, der Ort der Trauer, auch eine Begegnungsstätte für neuen Lebensmut und Zuversicht sein? Ja, das geht. Wie? Das machen Elisabeth Reinhard und Renate Schepers auf dem St.-Antonius-Friedhof vor. Die beiden Papenburgerinnen haben mit dem „Treffpunkt Friedhof“ für Trauernde und andere Friedhofsbesucher ein neues Angebot entwickelt.
Es ist eines der ersten Projekte der zur gemeinsamen Pfarrei St. Antonius zusammengeschlossenen Kirchengemeinden St. Antonius und St. Josef. An jedem 2. und 4. Sonntag im Monat bieten sich die beiden St.-Josef-Damen auf dem Friedhof als Zuhörer und Gesprächspartner an. „Wir sind für jeden da, ob jemand gerade aufgrund eines Sterbefalls im Leid trauert, Grabpflege betreibt oder ,nur‘ Friedhofsbesucher ist. Wir haben ein offenes Ohr für alltägliche Gespräche oder auch für tiefer gehende Gedanken – je nach Situation.“
Dafür sind Reinhard und Schepers bestens gerüstet. Beide haben sich zu Trauerbegleiterinnen ausbilden lassen. An den betreffenden Sonntagen von 14.30 bis 16.30 Uhr richten sie am großen Kreuz ihren „Treffpunkt Friedhof“ ein, der wie ein kleines mobiles Café im Grünen anmutet. Sie schaffen mit einem großen Karren einen Pavillon, Tischchen, Stühle und all die Utensilien heran, die für den Genuss von Kaffee, Tee, Saft und Keksen gebraucht werden. Alles zusammen lässt an dem einzigartigen Ort eine Wohlfühl atmosphäre von Zwischenmenschlichkeit entstehen, bei der Friedhofsbesucher trefflich untereinander ins Gespräch kommen und/oder sich mit den beiden Trauerbegleiterinnen austauschen können.
Das neue „offene Angebot“, das völlig kostenfrei ist, sehen die beiden Kirchendamen auch biblisch verankert. „Das ist meine Lieblingsstelle in der Bibel“, sagt Reinhard und erzählt, wie Maria Magdalena am Grab keinen Leichnam, aber in dem Gärtner dann Jesus wiederfindet. „So wie sie den Toten suchte und den Lebenden fand, wollen auch wir in Gesprächen mit Trauernden wieder zum Leben führen und finden“, verdeutlichen Reinhard und Schepers ihre Beweggründe.
Mitstreiter, die das Projekt unterstützen wollen, sind ihnen sehr willkommen. Denn es gilt unter anderem noch die Frage zu klären, wie und wo die Initiative in kälteren Jahreszeiten aufrechterhalten und ob aus dem mobilen Angebot ein stationäres werden kann.
Kontakt: Elisabeth Reinhard, Telefon 0 49 61/99 72 41, und Renate Schepers, 0 49 61/ 7 18 19.