Ems-Zeitung

Ausgabe vom 06.02.2017
Seite 15
Ressort Lokales

300 Besucher bei Versammlung zur Quartierentwicklung um das Gotteshaus im Vosseberg in Papenburg

Welchen Weg beschreitet die Kirchengemeinde St. Josef in Papenburg? „Wir wollen in einem offenen Prozess Ideen entfalten, um St. Josef als lebendiges Zentrum zu erhalten“, sagte Pfarrer Franz Bernhard Lanvermeyer bei einer Gemeindeversammlung am Sonntag.

Papenburg. Rund 300 Besucher waren zu der Veranstaltung unter dem Thema „Quartierentwicklung St. Josef“ in die Kirche im Vosseberg gekommen. Vertreter von Stadt, St.-Lukas-Heim, Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM), Bistum Osnabrück und Pfarrgemeinde St. Antonius stellten die Palette der Überlegungen vor. Für die Stadt sprach Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU), für das St.-Lukas-Heim Geschäftsführer Heinz-Bernd Mäsker und für den SKFM Vorsitzender Ulrich Nehe. Vorhaben seitens der Pfarrei erläuterten Pfarrer Lanvermeyer und Gabriele Heidkamp vom Pfarrgemeinderat. Seitens des Bistums nahm Thomas Plogmann, Referent in der Abteilung Kirchengemeinden im Bischöflichen Generalvikariat, teil.

Perspektiven zur Entwicklung des Quartiers um die St.-Josef-Kirche in Papenburg wurden gestern bei einer Gemeindeversammlung in dem Gotteshaus im Vosseberg aufgezeigt.



Welche Ideen gibt es? Bereits seit einigen Jahren bestehen in St. Josef Überlegungen zur Neuausrichtung des Umfeldes um die Kirche. So trägt sich das St.-LukasHeim mit dem Gedanken, dort einen Neubau für die Wohnassistenz zu errichten. Der SKFM sucht nach verbesserten Räumlichkeiten für das Soziale Kaufhaus und ist am „Haus Regenbogen“ interessiert. Die Stadt hat für ein kommunales Grundstück den sozialen Wohnungsbau im Blick und die Pfarrei sieht unter dem Aspekt der Inklusion Möglichkeiten zur Errichtung eines Kindergartens im Verbund mit einem heilpädagogischen Angebot. Weiteres Element ist auf Anregung aus dem Pfarrgemeinderat die Überführung der Tierhaltung in einen „Tiergarten“.

Was ist mit dem Sakralraum? Bei einem Sondierungsgespräch Mitte Januar regte das Bistum Osnabrück an, in die Perspektivplanung auch das Gotteshaus selbst mit einzubeziehen. Braucht St. Josef 500 Plätze für Gottesdienstbesucher, oder kann ein Teil des Kirchenraums anders genutzt werden? Mit dieser Fragestellung gewannen die Überlegungen für St. Josef eine „neue Dimension“ (Pfarrer Lanvermeyer). Unberührt davon ist, dass St. Josef als „geistliches Zentrum“ im Vosseberg bestehen bleibt. Thomas Plogmann machte deutlich: „Steht am Ende des Beratungsprozesses, dass der Sakralraum so bleiben soll, wie er ist, dann bleibt er so erhalten.“

Was sagen die Kirchengremien? Der Kirchenvorstand, der für Finanz- und Bauangelegenheiten zuständig ist, sprach sich für die Erstellung eines stadtplanerischen Konzepts aus. Der Pfarrgemeinderat zeigte sich aufgeschlossen für den Ideenkatalog, hatte auf seiner Sitzung Ende Januar aber auch für eine zeitnahe Beteiligung der Mitglieder der Pfarrei im Rahmen einer Gemeindeversammlung plädiert.

Wie empfinden die Gemeindemitglieder? Das „soziale Profil“ von St. Josef müsse erhalten bleiben, hieß es. Zum Charakter des Gemeindezentrums zähle, dass es Begegnungsstätte für eine Vielzahl von Gruppen und Initiativen sei. Daher sollten Kirche und Gruppenräume nicht verkleinert werden. In diese Richtung ging angesichts der Reihe der baulichen Überlegungen ebenfalls die Aussage: „Ein Feld muss frei bleiben. Wir brauchen auch Raum für unsere Wünsche.“ Auf der anderen Seite wurden die Anregungen zur künftigen Gestaltung des Umfeldes durchaus als Chance gesehen, die soziale Ausrichtung von St. Josef noch weiter zu stärken. Prämisse müsse allerdings bleiben, „es sind nicht die Gebäude, sondern die Menschen in St. Josef, die für andere da sind.“ Gewarnt wurde indes davor, Dinge zu überstürzen: „Wir brauchen eine Entwicklung, die allen Interessen gerecht wird.“ Und es wurde zu einer weiteren Konkretisierung des Konzepts gefordert, „die Pläne immer wieder in die Gemeinde hineinzutragen“.

Wie geht es weiter? Für die Verwirklichung möglicher Vorhaben in und um St. Josef gibt es nach Darstellung von Pfarrer Lanvermeyer keine Zeitschiene. Als nächsten Schritt wird ein Büro für Stadtplanung in Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro einen Entwurf für das Quartier auflegen. Auf Grundlage der Expertise erfolgt der weitere Diskussionsprozess. Vor diesem Hintergrund betrachtete Pfarrer Lanvermeyer die Informationsveranstaltung am Sonntag denn auch „als Auftakt“ für eine Reihe von weiteren Beratungen und Gemeindeversammlungen zum künftigen Gesicht von St. Josef.

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Fotos: Klaus Dieckmann