Bereisung von „Kirchen im Umbau“

Vor dem Hintergrund der Überlegungen zur Quartierentwicklung in St. Josef hat eine Gruppe von 17 Frauen und Männern aus unserer Pfarrei St. Antonius zwei „Kirchen im Umbau“ besichtigt. Die vom Pfarrgemeinderat initiierte Bereisung führte zu der Kirchengemeinde St. Paulus in Meppen und zur Kirche St. Paulus in Quakenbrück-Hengelage.
In beiden Gotteshäusern ist der Sakralraum deutlich verkleinert worden. Die frei gewordenen Bereiche kamen einer neuen Nutzung für die Gemeindearbeit zugute.

Die Fragestellung, die unsere Reisegruppe begleitete war: Können uns die beiden Modelle Anregungen eröffnen für eine Entscheidung, ob auch wir den Sakralraum in St. Josef in das Gesamtkonzept zur Quartiersentwicklung einbringen möchten. Bekanntlich hatte das Bistum Osnabrück angeregt, im Zuge der Überlegungen von St.-Lukas-Heim (Wohnassistenz), SKFM (Soziales Kaufhaus), Stadt Papenburg (sozialer Wohnungsbau)  und Pfarrei (Kindertagesstätte  und Tiergarten) ebenfalls den Kirchenraum von St. Josef mit in das Gesamtkonzept einzubeziehen.

Die St.-Paulus-Kirche in Meppen (Baujahr Anfang der 1950-er-Jahre) war das erste Gotteshaus im Bistum, bei dem durch einen Umbau der Sakralraum in dem lang gestreckten, einschiffigen Ziegelbau deutlich verkleinert wurde und mit dem Einzug des Gemeindehauses ein „Haus im Haus“ entstand. Das Vorhaben brachte die Kirchengemeinde, die rund 3.500 Mitglieder zählt, im Jahr 2005 auf den Weg. Die Zahl der Sitzplätze in der Kirche wurde mit nunmehr 250 Plätzen in etwa halbiert. Eine Trennwand und ein heller Zwischenraum trennen Sakralraum und Gemeindezentrum mit Räumlichkeiten für Versammlungen, Treffen und Begegnungen. Jugendräume wurden im Turm des Gotteshauses eingerichtet.  Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf 1,8 Millionen Euro.

Aus dem Jahr 1964 stammt die St.-Paulus-Kirche im Quakenbrücker Ortsteil Hengelage. Die muschelförmige Konstruktion ist vom Gebäude her durchaus vergleichbar mit unserer St.-Josef-Kirche. Deutliche Unterschiede zeigten sich allerdings bei der Frequenz von Kirche und Gemeindezentrum. Während St. Josef Heimstatt vieler Gruppen ist, finden in St. Paulus kaum Begegnungen von Vereinen und Initiativen statt. Die Kirche steht in einem Siedlungsgebiet. Mittelpunkt der kirchlichen Aktivitäten ist die St.-Marien-Kirche im Stadtzentrum von Quakenbrück. Allein der an das Gotteshaus angebaute Kindergarten war über die Jahre stets gut besucht. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Kirchengemeinde vor vier Jahren zu einem einschneidenden Schritt (verbunden mit Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro). Der Kirchenraum wurde durch zwei ovale Mauern um zwei Drittel verkleinert, wobei die prägende Lichtleiste der Kirchenfenster weitgehend sichtbar blieb. Die Zahl von 120 Sitzplätzen (zuvor 330) entspricht dem aktuellen Bedarf. In den frei gewordenen Randbereichen des Gotteshauses wurden eine Krippengruppe des Kindergartens, Gemeinderäume und Sakristei untergebracht. 


Zum Fazit der Bereisung heißt es in unserem Pfarrbrief: „Die Fahrt hat sich gelohnt. In St. Josef könnte einiges neu gestaltet werden, aber mit einem eigenen Profil.“

Text und Fotos: Klaus Dieckmann